Sky Reporter Sascha Bacinski im Interview

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Sascha Bacinski mit Peniel Mlapa
Sascha Bacinski im Interview mit Peniel Mlapa. Foto: twitter @VfLBochum1848eV

Sascha Bacinski ist seit 6 Jahren Reporter für Sky Sport News HD im Ruhrgebiet. Im FUBA-Interview spricht er über Komplimente, die er gerne bekommt, wie er überhaupt zu Sky Sport News HD gekommen ist, Informanten auf Kurzwahl und den Reiz, den andere Sportarten ausmachen.

Was ist deine Hauptaufgabe als Sky Reporter im Ruhrgebiet?

Sascha Bacinski: Meine Hauptaufgabe ist es mich um den BVB und Schalke 04 zu kümmern, zusammen mit zwei anderen Kollegen. Einer spezialisiert auf Schalke, einer spezialisiert auf Dortmund. Ich bin für beide Vereine zuständig, je nachdem, wo dann auch Not am Mann ist, wo gehandelt werden muss. Unser Bereich geht aber auch hoch bis nach Ostwestfalen. Paderborn habe ich auch viel gemacht, als die auf dem Weg in die 1. Liga waren. Jetzt eher weniger (lacht).

Berichtest du nur über Sportarten, von denen du Ahnung hast, oder wirst du vorher gebrieft?

Kommt drauf an! Wir werden auch zu Sporarten geschickt, wo du nicht ganz so firm bist, wo du dich reinlesen musst. Ich war vor ein paar Jahren beim Handball Final Four in Köln. Handball ist jetzt nicht gerade eine Sportart, mit der ich aufgewachsen bin. Klar, hin und wieder mal geguckt, aber da musste ich mich dann schon reinlesen. Hier geht es dann darum: wer ist Favorit? Wie waren die letzten Spiele? Welche Spieler sind wichtig? Natürlich auch: wie funktioniert ein Spiel. Das musst du sowieso wissen (lacht).

Als Fernsehreporter bist du ja viel unterwegs. Wie sieht eine Woche bei dir aus?

Das ist ganz unterschiedlich! Normalerweise bist du Montags und Dienstag unterwegs, arbeitest und analysierst das Wochenende. Was ist passiert, was hat das für Konsequenzen? Da bist du dann beim Training und am Trainingsplatz. Mittwochs und Donnerstags geht es dann schon Richtung Ausblick aufs nächste Wochenende. Oder du hast DFB Pokal Spiele, Europa League Spiele, Champions League Spiele dazwischen. Dann auch mal auswärts, da reist du dann mit – und bist dann drei Tage unterwegs. Der Tag davor, der Spieltag selbst und der Tag danach. Dann hast du schon wieder Vorbereitung aufs Wochenende, dann bist du beim Spiel und dementsprechend die Nachbesprechung. Deswegen sind wir auch drei Leute. Du hast auch nicht so einen klassischen 9-to-5 Job, man bekommt auch Mails um 21, 22, 23 Uhr. Wie es aussieht, wann du morgen wo bist. Du hast selten so richtig Schluss.

Du musst Glück haben, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist.

Wo du deine Kollegen gerade ansprichst: wie ist das Verhältnis untereinander, gibt es bei euch ein Konkurrenzdenken?

Nein! Was die Reporter untereinander angeht ist es sehr freundschaftlich und auch sehr viel Zuarbeit. Es geht ja darum, dass wir als Sky Sport News HD ein gutes Produkt und auch ein gutes Netzwerk haben, was untereinander funktioniert. Sonst geht’s auch gar nicht.

Wie wichtig sind denn Informanten selbst und wie viele hast du auf Kurzwahl?

(lacht). Da möchte ich jetzt gar nicht so viel zu sagen. Es ist natürlich gut wenn du im Verein einige Stimmen hast, oder auch welche, die etwas mehr sagen wollen, als offiziell bekannt gegeben wird. Natürlich ist es auch oft so, dass sich manche Informanten melden, weil sie ihren Unmut kundgeben möchten. Die dann denken »ich möchte mal, dass das gesagt wird« – da musst du dann natürlich auch filtern und wirklich schauen: was ist deren Motivation und inwiefern werde ich da jetzt zum Sprachrohr.

Sind dir die kleinen oder großen Vereine lieber?

Ich muss ehrlich sagen: bei den kleinen Vereinen ist es manchmal einfacher und netter, weil die dankbarer sind. Da hast du wirklich noch das Gefühl die freuen sich, wenn du kommst. Über die Berichte, oder wenn du Spielerinterviews machst. Einfach, weil sie dann mal wieder präsent und im Fokus sind. Wenn wir jetzt den VfL Bochum nehmen, oder den MSV Duisburg: das sind Traditionsvereine, ohne Frage. Die haben viele Fans, die haben ihren Fanstamm, aber die kämpfen so sehr gegen Dortmund, gegen Schalke, gegen diese Übermacht, auch die mediale. Die beiden bekommen ungefähr 90% aller Aufmerksamkeit und die ganzen anderen teilen sich die restlichen 10%. Die größeren blocken schon manchmal ab und sagen »hey, das wird jetzt doch etwas viel« und machen dann lieber viele Sachen selber. Es gibt ja diese Club-TVs. (Anmerkung: BVB Total, Schalke TV, usw.)

Wenn ich den Eindruck habe die Leute sind gut informiert, ein bisschen unterhalten, dass ich sympathisch bin. Du kannst es aber auch nicht allen recht machen.

Hast du denn einen „Musterweg“, wie man Reporter bei Sky wird? Gibt es überhaupt einen?

Eigentlich nicht. Du musst Glück haben, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist. So war es zum Beispiel bei mir. Ich war vorher fünf Jahre bei Sat.1, dann ergab sich die Gelegenheit, dass Sky Mitte 2011 Leute gesucht hat, weil dieser Nachrichtensender aufgemacht werden sollte. Dann hat man Leute gesucht für den Raum Dortmund, wo ich wegen Sat.1 schon war und gearbeitet habe. Dann hab ich mich beworben – und es hat geklappt. Mein Kollege Stefan Schäuble war damals auch bei Sat.1 und so sind wir dann zusammen Sportreporter bei Sky Sport News HD geworden, weil sich der Sender zum 1.12.2011 gegründet hat. Ohne da jetzt vorher ein Praktikum gemacht zu haben, weil es ja nicht ging (lacht).

Natürlich ist auch ein Weg, dass du ein Praktikum in der Sportredaktion machst und dann Glück haben musst, dass sie einfach suchen. Gerade was uns angeht ist es wichtig, dass du Sachen auf den Punkt bringen kannst, gerade auch live vor der Kamera keine Panik kriegst – und überhaupt nichts mehr sagen kannst. Der Rest ist dann einfach Interesse. Ich habe auch nicht Sport studiert, sondern Germanistik auf Magister. Meine Magisterarbeit, 120 Seiten, habe ich über die Dramen Georg Büchners geschrieben. Aus dem 19. Jahrhundert. Das hat mit meinem Job gar nichts zu tun (lacht).

Was ist für dich das größte Kompliment, das man dir als Sportreporter machen könnte?

Puh, schwierig zu sagen. Ich glaube, wenn ich faktisch richtig bin und die Leute haben das Gefühl, dass sie gut informiert sind. Das wenig Spekulation dabei ist. Das sie wissen »okay, jetzt weiß ich dies und jenes über meinen Verein, weiß, wie es da momentan aussieht. Er unterhält mich vielleicht auch ein bisschen.« Gerade das Sportreporterwesen ist ja recht unterhaltsam geworden die letzten Jahre, auch aufgrund von Social Media. Viele präsentieren sich einfach auch. Früher hattest du einen Sportreporter, den hast du ein mal die Woche irgendwie gesehen. Jetzt präsentiert sich jeder mit Facebook-live, kleinen Videos, Bildern, Blogs. Jeden Tag siehst du was von denen. Aber das will ich gar nicht haben.

Wenn ich den Eindruck habe die Leute sind gut informiert, ein bisschen unterhalten, dass ich sympathisch bin. Du kannst es aber auch nicht allen recht machen.

Wie war es für dich mal der Interviewte zu sein und nicht der Fragesteller?

Ich merke, dass man einfach auch mal lange Antworten gibt und man da gar nix gegen machen kann (lacht).  Manchmal ist es so, dass du Sportler hast, die recht kurz antworten. Das ist undankbar. Und manche, da gibst du ein Stichwort und die hören gar nicht mehr auf zu reden. Reiner Calmund: 3 Fragen, 10 Minuten. Jetzt merk ich bei mir selber: okay, du antwortest auch relativ lang – so kommt das also. Weil man dann einfach ins Plaudern gerät, ganz interessant.

Vielen Dank!

Ihr könnt Sascha Bacinski übrigens auf Twitter folgen und so interessante Einblicke in seinen Arbeitsalltag bei Sky Sport News HD erhaschen: @Sky_Sascha

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